Vom Hilschweiher hinauf zur Rietburg
Mit dem Sessellift zurück ins Tal
- Strecke 6,9 km
- Aufstieg 330 hm
- Gehzeit 1:36 h
- Schwierigkeit leicht
Start und Ziel: Parkplatz am Hilschweiher, an der Skulptur „Wächter“
Losgegangen sind wir am frühen Nachmittag am Parkplatz am Hilschweiher, auf 324 Metern. Zu finden ist er leicht: Am Rand steht die Skulptur „Wächter“, und wer mit einem Siebenjährigen unterwegs ist, hat damit schon vor dem ersten Schritt eine Geschichte — bewacht wird hier schließlich irgendetwas. Weit gekommen sind wir zunächst nicht: Gleich hinter dem Parkplatz läuft das Wasser in einem gemauerten Sandsteinlauf den Hang herunter, und damit war die erste halbe Stunde vergeben. Steine umdrehen, das Wasser stauen, Blätter losschicken und schauen, wie weit sie kommen. Wir haben die Zeit einfach laufen lassen — die Tour bestand an dieser Stelle vollständig aus diesem Wasserlauf.
Danach steigt der Weg gleichmäßig durch den Wald an. Auf halber Höhe steht eine Schutzhütte mit Tisch und Bank, ein guter Platz für die erste richtige Pause. Weiter oben wird der Pfad schmaler und führt an Stufen aus rotem Sandstein entlang — und dann kommt der Abschnitt, der aus dieser Wanderung eine Kinderwanderung macht: mächtige, überhängende Sandsteinbänke, unter denen man aufrecht stehen kann, mit einer flachen, laubgefüllten Höhle daneben. Da wurde geklettert, hineingekrochen und wieder herausgekrochen. Wer hier Zeit einplant, plant richtig.
In dieser Höhle haben wir dann Schatzsuche gemacht. Gesucht wurde gründlich — Laub beiseite, Steine umgedreht, jede Ritze abgetastet — und irgendwann kam sie tatsächlich zum Vorschein: eine goldene Schatztruhe, mitten im Pfälzerwald, unter einem Felsdach, das seit ein paar Millionen Jahren dort liegt. Wie sie dorthin gekommen ist, konnte niemand erklären. Wir Eltern haben interessiert mitgerätselt und uns dabei sehr zusammengerissen. Seither ist das nicht die Tour zur Rietburg, sondern die Tour, bei der wir den Schatz gefunden haben.
Oben auf 576 Metern öffnet sich der Blick an der Rietburg. Nach dem geschlossenen Wald ist der Kontrast enorm: unter einem die Weinberge, dahinter Edenkoben, und dann die Rheinebene, so weit man sehen kann. Wir haben eine ganze Weile oben verbracht.
Zurück ins Tal ging es dann nicht zu Fuß, sondern mit dem Sessellift der Rietburgbahn. Über den Weinbergen zu sitzen und die Beine hängen zu lassen, ist für ein Kind die deutlich bessere Belohnung als ein Abstieg — und unten liegt die Waldgaststätte Zur Siegfriedschmiede. Von dort sind wir das letzte Stück zurück zum Parkplatz gelaufen, an dem wir am Nachmittag losgegangen waren: Der „Wächter“ stand noch da, wo wir ihn zurückgelassen hatten.
Auf dem Papier sind es 6,9 Kilometer und 330 Höhenmeter, reine Gehzeit 1 Stunde 36 Minuten. Tatsächlich waren wir zweieinhalb Stunden unterwegs. Genau so war es richtig. Mit sieben Jahren ist diese Tour gut zu schaffen — nicht weil sie kurz wäre, sondern weil unterwegs genug passiert, dass die Strecke nie das Thema ist.
Was wir gelernt haben
- Der Sessellift macht den Unterschied: Bergauf läuft es sich erheblich leichter, wenn klar ist, dass es mit dem Lift wieder hinunter geht. Vorher die Betriebszeiten der Rietburgbahn prüfen.
- Die Felsen kurz unter der Höhe sind der eigentliche Höhepunkt der Tour — dort nicht auf die Uhr schauen.
- Eine kleine Schatztruhe wiegt im Rucksack fast nichts und trägt dafür eine ganze Wanderung. Die Höhle neben dem Felsdach ist ein idealer Ort dafür: Es reicht, ein Stück vorauszugehen, während hinten noch geklettert wird. Wichtig nur — den Schatz hinterher wieder einsammeln, der Wald ist kein Lager.
- Auch der Wasserlauf am Start hält länger auf, als man denkt. Wer den Nachmittag knapp plant, kommt hier schon in Verzug.
- Start und Ziel ist derselbe Parkplatz an der Skulptur „Wächter“ — ein Auto genügt, kein Umsetzen, kein Shuttle. Die Komoot-Aufzeichnung endet allerdings schon an der Siegfriedschmiede; das letzte Stück von der Talstation zurück zum Parkplatz steht nicht im Track. Die 6,9 Kilometer sind also die Untergrenze.