Von Esthal zum Schelmenteichbrunnen
Eine Runde, die fast nur aus Pause besteht
- Strecke 6,8 km
- Aufstieg 160 hm
- Gehzeit 1:29 h
- Schwierigkeit leicht
Start und Ziel: Parkplatz an der Grundschule in Esthal
Losgegangen sind wir in Esthal, mitten im Ort. Am Wegweiser hängen ein Dutzend Schilder übereinander — Lambertskreuz, Kloster Esthal, Weidenthal, Wachtturm Tränke, jedes mit seiner Kilometerzahl. Für ein Kind ist das eine gute Eröffnung: Man kann vor dem ersten Schritt aussuchen, wohin es geht. Hinter den letzten Häusern öffnet sich eine Wiese, dahinter beginnt der Wald, und ab da geht es gleichmäßig bergauf.
Der eigentliche Grund für diese Tour war nicht die Strecke, sondern die Rast. Sie war am Goldbrunnen — dort steht ein Holztisch mit Bänken, und es gibt kühles Wasser, was an einem Augusttag den Unterschied macht. Wir haben ausgepackt und gekocht, richtig, mit Topf und Pfanne, Tomaten, Brot. Das hat gedauert, und das war so gedacht. Von den gut vier Stunden, die wir unterwegs waren, ist ein großer Teil an diesem Tisch vergangen. Nebenher wurden Stöcke gesammelt und sortiert, wie das eben so ist.
Weiter unten läuft ein schmaler Bach in kleinen Stufen den Hang herunter, zwischen Steinblöcken und Farn. Da wurde erst einmal alles gestaut und wieder freigeräumt. Kurz danach liegt ein umgestürzter, längst entrindeter Baumstamm quer über dem Hang — glatt, hell und genau so hoch, dass Balancieren sich lohnt. Das war die längste Pause auf dem Rückweg.
Ziel der Runde ist der Schelmenteichbrunnen: eine gefasste Quelle am Waldrand, mehrere moosbewachsene Sandsteintröge hintereinander, eine Bank und eine Infotafel daneben. Das Wasser läuft von einem Trog in den nächsten, und das reicht als Beschäftigung völlig aus.
Zurück in den Ort ging es über den Waldweg und am Ende an einem Vorgarten vorbei, in dem ein altes Fenster als Schild lehnt: „Der schönste Weg ist der, den man gemeinsam geht." Etwas zu passend für den Tag, um es nicht zu fotografieren.
Auf dem Papier sind es 6,8 Kilometer und 160 Höhenmeter, reine Gehzeit knapp anderthalb Stunden. Gebraucht haben wir das Dreifache, und auf dem Rückweg waren wir dann noch in Neustadt ein Eis essen. Wer diese Runde als Wanderung plant, plant sie falsch. Sie ist ein Vorwand, um mittags am Goldbrunnen zu kochen — und in dieser Rolle ist sie gut.
Was wir gelernt haben
- Der Goldbrunnen ist der halbe Grund für diese Tour: Tisch, Bänke und kühles Wasser. Wer Topf und Pfanne mitnimmt, sollte die Zeit dafür großzügig einplanen, nicht knapp.
- 6,8 Kilometer und 160 Höhenmeter sind für ein Kind ab etwa fünf Jahren gut zu schaffen — die Steigung verteilt sich, es gibt keine harte Rampe.
- Bach, Baumstamm und Brunnen liegen alle auf der zweiten Hälfte. Wer vorne trödelt, hat hinten das Problem.
- Start und Ziel ist derselbe Parkplatz an der Grundschule in Esthal — ein Auto genügt, kein Umsetzen.